Große Polizeikontrolle am Schwandorfer Bahnhof – nur wenige Tage nach der Kritik von Reinhard Mixl (MdB) und OB-Kandidat Roland Kraus (Symbolbild)

Nur wenige Tage nachdem Reinhard Mixl (MdB, Kreisvorsitzender) und OB-Kandidat Roland Kraus in einem Video die Sicherheitslage am Schwandorfer Bahnhof öffentlich thematisiert haben, rückten Bundes- und Landespolizei mit einem größeren Aufgebot zu einer Kontrollaktion an. Sieben Beamte der Bundespolizei, acht der Landespolizei sowie Mitarbeiter der DB-Sicherheit kontrollierten über mehrere Stunden Passanten, Reisende und den Bereich rund um das Bahnhofsgebäude.

Dieser Ablauf zeigt vor allem eines: Wenn die AfD nachbohrt, wird vor Wahlen plötzlich gehandelt. Während die etablierten Parteien das Thema lange relativiert oder ignoriert haben, sorgt öffentlicher Druck offenbar dafür, daß Maßnahmen ergriffen werden.

Der Kontrolltag wirft jedoch mehr Fragen auf, als er beantwortet.

Kurz vor der Wahl: Wieder nur ein Placebo?

Der groß angelegte Einsatz fand mitten am Tag statt – also zu einer Zeit, in der naturgemäß deutlich weniger problematische Situationen auftreten als in den Abend- und Nachtstunden. Gleichzeitig war die Polizeipräsenz außergewöhnlich hoch.

„Wenn dutzende Beamte sichtbar am Bahnhof unterwegs sind, ist es logisch, daß viele Situationen gar nicht erst entstehen“, erklärt Roland Kraus, OB-Kandidat für Schwandorf. „Ein solcher Kontrolltag verzerrt das Bild automatisch.“

Umso bemerkenswerter sei, daß selbst unter diesen Umständen dennoch mehrere Verstöße festgestellt wurden: Drogendelikte, mehrere Ordnungswidrigkeiten und sogar zwei Personen, nach denen gefahndet wurde.

„Gemessen daran, daß hier tagsüber kontrolliert wurde und überall Polizei stand, ist das Ergebnis eigentlich erschreckend“, so Kraus. „Wenn schon unter diesen Voraussetzungen solche Dinge festgestellt werden, zeigt das doch, daß das Problem real ist – und nicht, wie manche behaupten, bloß ein eingebildetes Sicherheitsgefühl.“

Verharmlosung hilft niemandem

Offiziell wurde der Kontrolltag als Beleg gewertet, daß es sich am Schwandorfer Bahnhof nicht um einen Kriminalitätsschwerpunkt handle. Für Kraus greift diese Darstellung zu kurz.

„Natürlich kann man sagen: Es waren nur wenige Delikte. Aber das blendet die Realität aus, die viele Bürger täglich wahrnehmen. Wenn Jugendliche selbst sagen, daß sie bestimmte Bereiche meiden, weil dort ständig Drogen konsumiert werden, dann ist das ein deutliches Signal.“

Der Bahnhof sei schließlich das Eingangstor der Stadt – der erste Ort, den Besucher, Pendler und Reisende in Schwandorf sehen. „Gerade dort darf kein Zustand entstehen, bei dem sich Bürger unwohl fühlen.“

Hausgemachte Probleme – nicht nur in Schwandorf

Für Kraus steht fest, daß die Situation kein isoliertes Problem ist.

„Diese Zustände finden wir heute an Bahnhöfen in ganz Deutschland. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer verfehlten Politik der letzten Jahrzehnte. Probleme wurden lange ignoriert oder kleingeredet – und jetzt wundert man sich über die Folgen.“

Mehr Polizeipräsenz sei zwar notwendig, aber allein keine Lösung.

„Natürlich brauchen wir Polizei am Bahnhof – sichtbar und regelmäßig. Aber das ist nur ein erster Schritt. Wenn man die Ursachen nicht angeht, wird sich langfristig nichts ändern.“

Die entscheidende Frage: Was passiert nach der Wahl?

Es bleibt vor allem eine Frage offen: Bleibt die Präsenz auch nach der Wahl bestehen – oder war der Kontrolltag nur ein kurzfristiges Signal?

„Kurz vor Wahlen sieht man plötzlich Aktivität“, sagt Kraus. „Aber die Bürger fragen sich zu Recht: Was passiert danach? Werden die Probleme wieder heruntergespielt und die Menschen allein gelassen, wie bisher?“

Für Kraus ist klar: Sicherheit im öffentlichen Raum muß dauerhaft gewährleistet werden – gerade an zentralen Orten wie dem Bahnhof.

„Die Bürger erwarten zurecht, daß ihre Stadt sicher ist. Und dafür braucht es politischen Willen – nicht nur kurzfristige Aktionen, die den Menschen Sand in die Augen streuen.“

Roland Kraus (OB-Kandidat) und Reinhard Mixl (MdB) kündigen an, das Thema weiterhin konsequent anzusprechen und Druck zu machen, damit sich am Schwandorfer Bahnhof dauerhaft etwas ändert.